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Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kinder (nicht)! Schneiden mit dem Messer

Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kinder [nicht]! – 4 Schlüssel, wie du dein Kind bewusst im Umgang mit gefährlichen Situationen begleiten kannst

Ein altbekanntes Sprichwort zum Umgang mit Gefahren bei Kindern

Dieses Sprichwort ist vermutlich den meisten von uns vertraut. Aber macht es denn wirklich Sinn unsere Kinder vor diesen Gefahren fern zu halten? Oder ist es nicht vielleicht sogar viel gefährlicher, wenn wir versuchen die Kinder stets vor kritischen Situationen fern halten zu wollen? Schließlich ist es beinahe unausweichlich, dass sie irgendwann damit konfrontiert werden – egal, ob alleine oder sogar in unserem Beisein. Denn manchmal gibt es auch Situationen, in denen eine Begleitung durch uns Erwachsene schwierig oder gar nicht möglich ist. Und dann??? Wird es nicht vielleicht gerade da erst richtig gefährlich, weil die Kinder selbst nicht wissen, wie sie damit umgehen können?

Welche Alternative haben wir als Eltern?

Wie wäre es, wenn wir einen anderen Weg einschlagen würden? Einen Weg, geleitet von Vertrauen in unsere Kinder. Einen Weg, auf dem wir unsere Kinder begleiten, sie unterstützen, bis sie eine Situation – ja, eben auch eine etwas heiklere Situation – allein und im Vertrauen auf sich selbst gut meistern können.

Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kinder (nicht)! Kerze anzünden

Aber wie können wir es denn nun als Eltern schaffen unsere Kinder mit solchen Situationen oder “Gefahren” vertraut zu machen? Hierzu möchten wir dir vier Schlüssel mit an die Hand geben, die auch uns sehr geholfen haben im Vertrauen auf unsere Kinder zu bleiben und sie im Umgang mit (scheinbar) gefährlichen, kritischen Situationen zu begleiten!

# 1. Schlüssel: Sei ein Vorbild!

Unsere Kinder beobachten uns ständig. Sie schauen sehr genau was wir tun, wie wir es tun und nehmen das unbewusst in sich auf. Sehr häufig nutzen sie gleiche Bewegungen, eine ähnliche Gestik, vielleicht sogar die gleichen Worte, wenn sie „nachmachen“, was wir tun. Deshalb ist dies eine unglaubliche Chance für uns, die wir definitiv nutzen sollten! Wir sollten uns bemühen ein Vorbild zu sein! Im Alltag heißt das bewusst, langsam und mit Bedacht zu handeln.  Was wir damit konkret meinen, möchte ich mit dir an folgendem, ganz banalen Beispiel kurz reflektieren: Wie überquerst du mit deinen Kindern die Straße? Hältst du kurz inne, schaust nach links und rechts, gibst ein Signal und ihr geht dann los? Oder rennst du schnell, schnell über die Straße, weil ihr morgens spät dran seid und ansonsten womöglich auch noch die Bahn verpasst? Natürlich gibt es solche Tage und auch uns ist es schon passiert, dass wir unachtsam, unsere Kinder an der Hand haltend, nach einem flüchtigen Blick schnell über die Straße gelaufen sind. Nur sollte es sich nicht einschleichen und zur Regelmäßigkeit werden, denn dann wird dieses Verhalten unbewusst als Normalität bei den Kindern abgespeichert und sie handeln (später) auch allein so.

# 2. Schlüssel: Begleite dein Kind!

Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kinder (nicht)! Kochen mit Kindern

Kinder wollen kooperieren. Sie haben einen enormen Drang in sich das zu tun, was wir Erwachsene tun, sie wollen helfen und dabei sein. Der Alltag bietet unzählige Möglichkeiten unsere Kinder in alltägliche Aufgaben miteinzubeziehen. Ein Beispiel hierfür ist die Zubereitung von Essen. Die Kinder freuen sich riesig, wenn sie einen wichtigen Teil zum Familienleben beitragen können. Egal ob beim Obst oder Gemüse Schnippeln oder beim Kochen mit Töpfen und Pfannen. Auch hier gilt wie bereits oben beschrieben, dass wir uns unserer Vorbildfunktion bewusst sein müssen und genau überlegen sollten, wie wir damit umgehen.

Hinzu kommt aber noch ein weiterer Aspekt: die konkrete Begleitung! Es ist wichtig ganz klar und deutlich zu zeigen, wie z.B. ein Küchenwerkzeug in die Hand genommen wird.

Gut ist es, sich mit dem Kind abzuwechseln und dabei zu bleiben. Sicher erfordert das am Anfang eine gehörige Portion Vertrauen in das Kind, Geduld und Zeit, aber langfristig gesehen ist es eine Win-win-Situation für alle! Denn du kannst als Mama oder Papa sicher sein, dass dein Kind achtsam mit Messern umgehen kann und kannst es so machen lassen. Gleichzeitig steigt das Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen deines Kindes, wenn es diese Tätigkeiten übernehmen kann.

„Was die Freiheit betrifft: Man kann nicht frei sein, ohne unabhängig zu sein. Daher sollten alle Handlungen des Kindes das Ziel der Unabhängigkeit haben.“

# 3. Schlüssel: Sei geduldig!

Wir Menschen sind unser ganzes Leben lang Lernende. Und besonders Kinder lernen vor allem in den ersten Lebensjahren unglaublich viel und noch dazu unvorstellbar rasant. Sie probieren zu laufen, fallen hin, stehen auf, probieren und das alles wieder von vorn. Wir Erwachsene dürfen in diesen Situationen vor allem Geduld lernen, abzuwarten und sich zurück zu nehmen. Ein hilfreicher Tipp für herausfordernde Situationen, den wir in unserem Alltag oft anwenden, kann sein, sich einfach mal auf die eigenen Hände zu setzen oder sie hinter den Rücken zu halten und zu vertrauen! Warum? Um ein zu schnelles Eingreifen zu vermeiden. Da zu sein, zu beobachten und geduldig abzuwarten, aber natürlich einzugreifen, wenn deinem Kind, jemand anderem oder auch irgendetwas ein Schaden zugefügt werden würde.

# 4. Schlüssel 4: Hab Vertrauen!

Hab Vertrauen in dein Kind! Erleben Kinder sich als aktiv und können sich ausprobieren, lernen sie sich auch selbst immer besser kennen und einschätzen. Gleichzeitig kann das auch eine positive Auswirkung auf die Beziehung haben – das Kind spürt, „mir wird vertraut“, „mir wird etwas zugetraut“, „ich kann das“ und wird in seinem Selbstvertrauen gestärkt. Darüber hinaus ist es noch sinnvoll sowie hilfreich, wenn du deinem Kind konkret Feedback gibst. Sag deinem Kind, was es kann! Beispielsweise „Ich weiß, dass du mit der Schere entlang der vorgezeichneten Linien ausschneiden kannst.“

Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kinder (nicht)! Schneiden mit der Schere

Selbstvertrauen und Montessori Grundbegriffe ...

Wir hoffen, wir konnte dir zeigen, dass das Sprichwort “Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kinder nicht!” nicht unbedingt noch zeitgemäß ist, wenn wir diese 4 Schlüssel im Umgang mit gefährlichen Situationen bei unseren Kindern berücksichtigen. Schreibe uns gerne hier in die Kommentare, welcher dieser 4 Schlüssel für deinem Elternalltag am hilfreichsten ist! 

Make it yOur Montessori Way!

Deine Carina und Valentina

Hinweis: Die aufgeführten Links werden mit Veröffentlichung der Podcastfolge integriert und können deshalb zu einem späteren Zeitpunkt ggf. nicht mehr aktuell sein.

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